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Archiv Teilprojekt 2: System (Wahl und Anpassung)

Stand: 19/12/2005


Die Systemwahl steht fest. SwissDRG baut auf G-DRG.


Die fünf stimmberechtigten Mitgliedsorganisationen von SwissDRG haben einzeln getagt und sich zur DRG-Systemwahl geäussert. Mit einem Resultat von 3 : 2 Stimmen wurde das System G-DRG gewählt.


Lesen Sie zum Systementscheid unsere Pressemitteilung:
deutsch (pdf, 26 KB

français (pdf, 25 KB)



Stand: 12/09/2005

Systemwahl: G-DRG und IR-DRG in der Endrunde!

Nach eingehender Prüfung mehrerer DRG-Systeme wurden das deutsche System G-DRG (German DRG) und das für den internationalen Markt vorgesehene System IR-DRG (International Refined DRG) als bestmögliche Option für den Einsatz in der Schweiz gewertet. Beide Systeme erfüllen die vorgängig definierten Kriterien weitgehend.

Systemmerkmale

Bei beiden Systemen handelt es sich um moderne DRG-Konstrukte. Hier die wesentlichen Systemmerkmale:

 

Merkmal

G-DRG

IR-DRG

Hauptzweck/Einsatzbereich

Entgeltsystem

Patientenklassifika-
tionssystem

Anbieter/Systementwickler

= Kooperationspartner

Institut für Entgeltsysteme im Krankenhaus (gGmbH InEK), Siegburg, Deutschland

3M, USA
Vertretung: 3M (Schweiz) AG, Rüschlikon, Schweiz

Gruppieralgorithmus

(Hierarchie)

1.Diagnosen

2.Prozeduren

3.weitere Parameter

1.Prozeduren

2.Diagnosen

3.weitere Parameter

Anzahl Gruppen
(Version 2005)

878

786

Schweregradabstufung

0 – 7 Schweregrade

Prinzipiell 3 Schweregrade

Codierung von    
Diagnosen / Prozeduren

ICD-10 / OPS301

ICD-10 / ICD-9-CM (CHOP)

Besonderheiten

z.T. mit Zusatzentgelten

Konsequente Systematik


   
G-DRG wurde in Deutschland vor 4 Jahren auf Basis des australischen Systems AR-DRG gebildet und Jahr für Jahr weiter entwickelt. G-DRG kann heute als eigenständiges System erachtet werden und wird in Deutschland im stationären Bereich integral erfolgreich als Entgeltsystem eingesetzt.

IR-DRG ist die aktuellste Entwicklung in der DRG-Produktepalette der Firma 3M, die es verstand, ihre langjährige Erfahrung mit DRG-Systemen nutzbringend umzusetzen. IR-DRG ist in erster Linie ein Patientenklassifikationssystem. Als Entgeltsystem ist es bisher nicht im Einsatz.

IR-DRG hat den Vorteil, dass mit der heute in der Schweiz verwendeten Codierung von Diagnosen (ICD-10) und Prozeduren (ICD-9-CM / CHOP) weiterhin gearbeitet werden kann, wogegen bei G-DRG der verwendete Prozedurencode nicht mit unserem übereinstimmt und folglich übersetzt werden müsste. Die Transcodierung des CHOP in den OPS301 erfordert einen gewissen Aufwand, wird aber allgemein als machbar erachtet. Wichtig hierbei ist, dass das Transcodierschema als integraler Bestandteil der Gruppierlogik verstanden werden muss, die Codierung der Prozeduren könnte in den Spitälern demnach auch weiterhin mit CHOP erfolgen.

Kooperationsmodell

Eine enge Kooperation mit dem jeweiligen Systemanbieter für mindestens 5 Jahre wird als unabdingbar eingestuft.

    * Fällt die Wahl auf das System G-DRG, ist eine Kooperation mit dem InEK (Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus, Siegburg, Deutschland) vorgesehen.
    * Fällt die Wahl auf das System IR-DRG, ist eine Kooperation mit dem amerikanischen Unternehmen 3M (Vertragspartner wäre 3M Schweiz AG, Rüschlikon) vorgesehen.

Beide Kooperationskandidaten sichern uns zu, Instrumente (Tools / Spezial-Software) für die Analyse, Simulierung, Wartung und Weiterentwicklung ihres Systems zur Verfügung zu stellen und ein zu gründendes SwissDRG Casemix-Office mit Dienstleistungen nach unseren spezifischen Bedürfnissen zu unterstützen.

Bei einem Zeithorizont von fünf Jahren bewegen sich die Kosten für Übernahme/Nutzung und Weiterentwicklung für die beiden Systeme nach ersten Schätzungen auf vergleichbarem Niveau.

Weiteres Vorgehen

Mit den beiden Kandidaten für die Kooperation (InEK / G-DRG und 3M /IR-DRG) werden momentan Vertragsverhandlungen geführt. Diese Verhandlungen beinhalten die rechtlichen Konditionen der Zusammenarbeit, die Nennung und Spezifizierung der Produkte und Dienstleistungen sowie der Nutzungsrechte. Selbstverständlich werden zudem die finanziellen Belange ausgehandelt. Nach Abschluss der Verhandlungen wird der Steuerungsausschuss von SwissDRG die Systemwahl treffen. Der Entscheid soll im November 2005 gefällt werden.

Parallel dazu beginnen wir mit der Planung des SwissDRG Casemix-Office, das seinen Betrieb noch vor der operativen Einführung des DRG-Systems aufnehmen soll. Zum Aufgabenbereich des SwissDRG Casemix-Office werden u.a. die Pflege, die Wartung und die Weiterentwicklung des Systems gehören.



Stand: 02/06/2005


Tests praktisch abgeschlossen

Die statistische Synopsis der Systeme ist praktisch abgeschlossen. Dabei zeigte sich, dass keines der getesteten Systeme als eindeutiger Favorit aus dem Rennen hervor geht.

Eine Reihe von weiteren, nicht statistischen Kriterien ergänzt die Bewertungsgrundlagen zur Systemwahl. Der Steuerungsausschuss SwissDRG wird voraussichtlich im August 2005 einen Entscheid treffen. Vorher kann keine nähere Auskunft über die Testergebnisse und das Wahlprozedere gegeben werden, wofür wir um Verständnis bitten.

Wertvolle Hinweise in Bezug auf die Anpassbarkeit der einzelnen Systeme auf Schweizerische Verhältnisse wurden durch eine dem Experten Wolfram Fischer (Z-I-M) in Auftrag gegebene Studie sogenannter Basis-DRGs gewonnen. Hier drucken wir einen Auszug ab (die vollständige Studie wird später publiziert):

 

 

Vergleich von Basis-DRGs verschiedener DRG-Systeme

 

Zusammenfassung der durch SwissDRG in Auftrag gegebenen Studie.

Erstellt im April 2005, Wolfram Fischer, www.fischer-zim.ch

In den meisten Ländern, die DRG-Systeme einsetzen, wurden im Verlaufe der Zeit landesspezifische Anpassungen vorgenommen. Auch im Projekt SwissDRG wird von Helvetisierungen ausgegangen.

Wie üblich bei einer DRG-Systemwahl wurden auch im Schweizer Auswahlverfahren die Varianzreduktionen sowie die Streuungen innerhalb der Patientenkategorien von den in Frage kommenden DRG-Systemen anhand von Schweizer Daten miteinander verglichen. Aufgrund der nicht optimalen Datenqualität und des kleinen nutzbaren Datenbestandes haben solche Analysen allerdings nur eine beschränkte Aussagekraft. Die grundsätzliche Frage, wie gut die Strukturen der wählbaren DRG-Systeme für länderspezifische Adaptationen geeignet sind, gewinnt daher an Bedeutung.

In der Studie wurden die Patientenklassifikationssysteme APR-DRG, AR-DRG, IR-DRG, SQLape sowie CCS anhand der Basis-DRGs paarweise miteinander verglichen. (Basis-DRGs sind DRGs ohne Unterteilung nach Schweregrad und/oder Alter). Ziel ist es, einen Eindruck von der klinischen Differenziertheit und der Eignung für landesspezifische Adaptionen zu erhalten. Es können auch Lücken und zu grobe Einteilungen in einzelnen DRG-Systemen erkannt werden.

Die Studie ergab folgende Resultate: Die eigentlichen DRG-Systeme (APR, AR, IR) weisen im medizinischen Bereich zum Teil recht ähnliche Gruppierungskonzepte auf. Am ähnlichsten sind sich in dieser Hinsicht IR und APR. Im chirurgischen Bereich zeigen auch AR und APR einige Gemeinsamkeiten. Dies bedeutet, dass die medizinischen Basis-DRGs aus den verschiedenen DRG-Systemen ähnlicher konzipiert sind als die chirurgischen Basis-DRGs.

Der Vergleich von SQLape-Kategorien mit Basis-DRGs ist infolge der unterschiedlichen Systemkonstruktion heikel: Einer DRG pro Behandlungsfall stehen eine oder mehrere SQLape-Kategorien gegenüber. Um dieses System trotzdem vergleichen zu können, wurde für jeden Behandlungsfall nur der SQLape-Code der Hauptbehandlung der Basis-DRG aus dem verglichenen DRG-System gegenübergestellt. Wohl ergaben sich Übereinstimmungen; diese waren jedoch geringer als die Übereinstimmungen zwischen den anderen drei Systemen.

Im Übrigen unterscheiden sich die Definitionen einer grossen Zahl von Basisfallgruppen in den untersuchten Systemen deutlich. Bezüglich der DRG-Systemwahl bedeutet dies, dass man sich bei der Wahl nicht nur für einen Lizenzgeber und ein Zusammenarbeitsmodell entscheidet, sondern gleichzeitig auch für eine bestimmte Art der Sicht auf die klinischen Behandlungen.


Stand: 04/03/2005


Statistische Tests sind im Gang


Das Teilprojekt 2 bereitet Entscheidgrundlagen für die Systemwahl vor.
TP2 unterbreitet einen konkreten Vorschlag, mit einem oder mehreren Groupern. Der Steuerungsausschuss von SwissDRG fällt den definitiven Systementscheid voraussichtlich im August 2005.


Nach der Wahl und Beschaffung des Groupers wird sich das Teilprojekt
mit den für die Schweiz erforderlichen Anpassungen (Helvetisierung)
befassen.


In einer Vorselektion wurden diejenigen Systeme ermittelt, welche gewissen refined-Kriterien entsprechen. Zudem müssen die Systeme bzw. die Grouper-Software zu Testzwecken erhältlich sein. Das heute in einigen Kantonen verwendete AP-DRG wird als Referenzsystem ebenfalls
berücksichtigt. Konkret wurden folgende Systeme in Erwägung gezogen:


• APR-DRG (In mehreren Ländern im Einsatz; Produkt der Firma 3M)
• IR-DRG (In mehreren Ländern im Einsatz; Produkt der Firma 3M)
• AR-DRG (Australisches System)
• G-DRG (Deutsches System)
• GHM/EfP (Französisches System)
• LDF/LKF (Österreichisches System)
• SQLape (Schweizerische Neuentwicklung, Autor: Dr. Yves Eggli)
• AP-DRG (Im Besitz des Staates New York; schweizerische Version;
   Produkt der Firma 3M)


Das französische GHM und dessen Weiterentwicklung EfP wurden von den Tests ausgeschlossen, da die „refined“-Anforderungen nicht ausreichend erfüllt werden. Zudem wird GHM vorwiegend für Budgetierungsfragen
eingesetzt, nicht aber zur Fallvergütung.


Da wir in der Schweiz für die Eingriffscodierung den CHOP verwenden (ICD-9-CM), kann zudem das deutsche G-DRG nicht getestet werden (fehlendes Mapping der Codes OPS 301 zum CHOP). Wegen der nahen Verwandtschaft zum australischen AR-DRG können dennoch Aussagen
bezüglich G-DRG gemacht werden.


Momentan werden die statistischen Systemchecks durchgeführt.
Das Testszenario untersucht das Verhalten der Systeme u.a. punkto Kostenhomogenität, Zuordnungsquote und Ausreisser.


Für die Analysen werden die Falldaten des Vereins APDRG Suisse, des CHUV und der Ente-Spitäler (Ente Ospedaliero Cantonale Ticinese) des Jahres 2003 verwendet. Die Mehrzahl der Analysen erfolgt gesondert nach Spitalkategorien, einerseits nach Universitätsspitäler und andererseits nach Nicht-Universitätsspitälern. In speziellen Fällen werden zudem die CHUV-Gruppe und die Ente-Spitäler separat ausgewiesen.


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